Wir sagen Dankeschön – 10 Jahre Amelandlager Keeken
Der Morgen startete wie so viele andere in den vergangenen zwei Wochen mit einem Frühstück um 8.30 Uhr. Danach machte sich langsam, aber sicher ein Gefühl von Abschied breit, denn es ging ans Packen der Koffer. Was man beim Aufräumen nicht alles so findet… Wohl dem, der so tolle Betreuer*innen hat wie unsere kleinsten Gruppen, hier wurden verloren geglaubte Kleidungsstücke in einer Klamotten-Versteigerung wieder an ihre rechtmäßigen Besitzer*innen verteilt. So wird das Koffer packen spielend leicht zu einem großen Spaß! Aufräum-Chaos machte sich im ganzen Lager breit, ein Glück, dass die Kinder, die ihre Sachen schon beisammenhatten, tatkräftig mit angepackt haben, so dass wir mit dem Aufräumen gut vorankamen.
Die Arbeit wurde um 12.30 Uhr für einen Mittagssnack, bestehend aus Waffeln und Keksen, und eine letzte Runde Taschengeld unterbrochen. Heißt aber auch, dass unser heißgeliebter Lagerkiosk heute ein letztes Mal seine Türen öffnete. Zum Sommerschlussverkauf war die Schlange heute nochmal besonders lang, immerhin müssen sich die Kinder führt die Fahrt morgen mit ordentlich Süßkram eindecken.
Gegen 14 Uhr fuhren die Kinder mit einem Teil des Teams nach Nes, um dort ein letztes Softeis, Souvenirs für ihre Liebsten oder ein Andenken an die schöne Zeit zu ergattern. Der Rest des Teams, nutzte im Lager die kinderfreie Zeit, um das vor zwei Wochen so liebevoll gestaltete Lager wieder abzubauen. Getreu dem Motto „viele Hände, schnelles Ende“ verlief alles tiptop.
Gute drei Stunden später machten sich die Kinder wieder auf den Weg zurück ins Lager. Allerdings nicht auf direktem Weg, denn wir mussten unsere geliehenen Fahrräder heute wieder zurückgeben. Den letzten Meter vom Fahrradverleih zurück zum Lager gingen wir bei sonnigen 30 °C zu Fuß. Da merkt man erstmal, wie gut wir es hatten, dass jedes Kind in den zwei Wochen ein eigenes Fahrrad zur Verfügung hatte. Purer Mobilitäts-Luxus!
Zurück im Lager begegnete uns der Duft von frischen Pommes und anderweitigen niederländischen Spezialitäten. Zum „Hollandtag“ gab es neben den Pommes, Kaassoufflé, Frikandel und Kipkorn, eine wohlverdiente Stärkung nach getaner Aufräum-Aktion.
Pappsatt wurde dann die letzte Zeit bis zum Abend überbrückt. Ein wenig aufräumen hier, ein bisschen rumalbern da und im Handumdrehen war es schon 19.30 Uhr und damit Zeit für unseren letzten, und wohl auch emotionalsten, Programmpunkt, dem Fotoabend.
Jan hat den Nachmittag/frühen Abend damit verbracht 1700 Bilder und Videos der vergangenen zwei Wochen zu durchforsten und eine ganz besondere Auswahl der schönsten und lustigsten Schnappschüsse gesammelt. Was gibt es schöneres als lautes Kinderlachen beim Anblick dessen, was sie die letzten zwei Wochen mit uns erlebt haben? Fasziniernd, was alles in dieser Zeit passiert ist und an was man sich nicht mehr erinnern kann, da eignet sich so ein Fotoabend doch klasse, um die Erinnerungslücken wieder zu füllen, da bleibt es kaum aus, dass manche Kinder und Betreuer*innen feuchte Augen bekamen.
Anschließend wurden die diesjährigen Platzierungen der Spielgruppen verkündet. Glückwunsch an Spielgruppe 1 „Irrland“, die sich den ersten Platz sichern konnten. Alle Spielgruppen durften sich der Reihe nach eine Kleinigkeit von unseren Preistischen aussuchen und von Malbüchern, über Wasserspritzpistolen, bis hin zu Trinkflaschen und Haarklammern war für alle etwas dabei. Anschließend wurde bekannt gegeben, wer das Mörderspiel in diesem Jahr für sich entscheiden konnte. Es war Betreuer Simon, der mit zehn Morden die meisten Leichen auf dem Gewissen hat.
Doch damit nicht genug, der emotionale Teil des Abends folgte erst noch. Zunächst wurde unsere Küche nach vorne gerufen. Finn, Jacky und Doris haben über die zwei vergangenen Wochen einen herausragenden Job gemacht, dafür wollten wir „DANKE“ sagen. Die anschließende Rakete sowie die „Küche, Küche, Küche“-Rufe der Kinder haben die drei sich redlich verdient. Aber auch die Küche hatte noch ein großes Dankeschön auf dem Herzen und dieses galt drei Jungs aus der großen Gruppe – Lars, Till und Florian, die der Küche tagtäglich zu jeder Mahlzeit einen Haufen Arbeit abnahmen und tatkräftig mit anpackten.
Zum Abschluss des Abends wurde unsere Lagerleitung Anja nach vorne geholt. Vor elf Jahren rief sie das Amelandlager Nordwacht Keeken wieder ins Leben und bescherte in diesem Jahr zum zehnten Mal unzähligen Kindern und Erwachsenen die zwei schönsten Woche des Jahres auf unserer tollen Insel. Mit ihrer einfühlsamen und vertrauensvollen Art hat sie es geschafft uns allen den Ameland-Virus einzuimpfen und ein Lager zu gründen, dass es wirklich in sich hat. Als Überraschung wurden alle Kinder und das Team über die vergangene Lagerzeit gefragt, wofür sie Anja dankbar sind und den Worten der Kinder aus dem Video können wir uns nur anschließen: „du bist die beste Lagerleitung der Welt!“.
Nach rührenden Abschlussworten von Anja selbst und einer fetten Rakete für unsere scheidende Lagerleitung, kamen wir dem Wunsch einiger Kinder nach, bildeten einen großen Kreis und spielten zum Abschluss noch ein letztes Mal „Hey Jude“. Viele Umarmungen später gingen auch die letzten Kinder ins Bett. Hoffentlich finden alle schnell in den Schlaf, denn morgen geht der Wecker bereits um 6 Uhr. Bis dahin allen eine gute letzte Nacht und ein letztes Mal „bis Morgen“.
P.s.
Liebe Anja, wir alle möchten dir von Herzen für alles, was du in der Zeit geleistet hast, tausend Dank aussprechen. Ohne dich wäre das alles nicht das, nicht möglich und das Lager nicht das, was es heute ist.









