Andere Länder, andere Sitten
Keine besonderen Vorkommnisse letzte Nacht. Naja, außer unserer Nachtwanderung. Die restliche Nacht verlief dafür so ruhig wie keine andere bislang. Langsam scheinen die Kinder doch ausgepowert zu sein, aber wer will es ihnen verübeln? Wir befinden uns immerhin auf der Zielgeraden und übermorgen heißt es Abschied, aber damit wollen wir uns heute noch nicht befassen. Wobei, ganz kurz damit befassen mussten wir uns heute dann leider doch schon, denn Jannis und Nils verließen uns heute bereits vorzeitig.
Entschädigt wurden wir dafür mit strahlendem Sonnenschein, auch wenn vor 8 Uhr noch kein Kind weit und breit zu sehen war. Die Ruhe nutzte die Küche, um bereits vor dem Frühstück 20 Kilo Kartoffeln zu schälen.
Nach dem Frühstück ging es ab auf die Fahrräder in Richtung Strand. Bei wunderschönem Wetter konnten die Kinder hier ihr Können bei einer Dünenolympiade unter Beweis stellen. Von Gummistiefel-Weitwurf, über Frisbee-Zielwerfen bis hin zu einer Schwamm-Staffel war für jede und jeden etwas dabei.
Zurück im Lager gab es Mittagessen. Zu den 20 Kilo Kartoffeln wurden 10 Kilo Brokkoli und 110 Hähnchenschnitzel plus vegetarischer Alternative serviert. 3 Liter Sauce Hollandaise und 2 Liter Bratensauce rundeten das Gericht ab. Zum Nachtisch gab es obendrein 5 Kilo Quark mit Marshmallows und Obst. Suuuupeeer lecker!
Die Mittagspause war heute optional, denn viel Zeit zwischen Mittagessen und Abendbrot gab es nicht. Außerdem wurde es langsam ernst. Der bunte Abend rückte näher, die Gruppen entschieden sich fast ausnahmslos dazu, das heutige Gruppenprogramm für eine Generalprobe zu nutzen und an den letzten Einzelheiten der Aufführungen zu feilen. Außer „Team Taff“, die schienen sich ihrer Sache sicher zu sein und nutzten den Nachmittag zum Kickern und Fußball spielen.
Zur Prime Time um 20 Uhr hieß es dann „andere Länder, andere Sitten“. Die Gruppen stellten ihr mühevoll erarbeitetes Programm vor. Die Zeit und die Anstrengung, die die Gruppen investierten, waren nicht zu übersehen.
„7 11“ repräsentierte Kolumbien mit einer Choreografie zum WM-Song „Dai Dai“, die die Lust zum Mittanzen weckte. Da kribbelte es so manch einem schon in den Füßen
Auch „Die G´s“ legten sich so richtig ins Zeug und begeisterten mit einem Tanz zu einem schwedischen Medley aus Ikea-Werbesong und Pop Hits von Zara Larsson. Zugegebenermaßen sah die Tanzeinlage äußerst professionell aus. Schwedinnen und Schweden wären mächtig stolz gewesen.
„Die Glitzergirls“ taten es den anderen Mädchengruppen gleich und verzauberten mit einem Tanz zu „Waka Waka“, in Anlehnung an die Fußball-WM 2010 in Südafrika. Das Publikum war so begeistert, dass die kleinen Mädchen mit ihrer Aufführung fast das Dach des Lagers wegfliegen, ließen.
„Die 10 Bullen“ interpretierten das diesjährige Motto etwas eigen und orientierten sich an dem Land „Ameland“. „Wie bitte?“, mag man denken, aber die Jungs nutzten die Gelegenheit, um anlässlich des 10-jährigen Jubiläums und der scheidenden Lagerleitung, Anja einmal zu sagen, wofür sie dankbar sind und was sie an ihr schätzen, unterlegt von einem der Lieblingslieder unserer Lagerleitung: „Westerland“.
„Team Taff“ und „Die Flitzpiepen“ nahmen es sportlich. Bei den „Die Flitzpiepen“ trafen im internationalen Klassiker Deutschland auf die Niederlande. Mit im Gepäck hatten die kleinen Jungs mit „Trip to Holland“ die neue Techno-Version der niederländischen Nationalhymne. Der Stimmung tat das allerdings keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. „Team Taff“ hingegen begleitete uns durch eine WM aus Sicht der französischen Nationalelf, die im Turnierverlauf allen Widrigkeiten trotze und sich am Ende zum Sieger krönte.
Zum Abschluss dürfen natürlich auch die Betreuerse nicht fehlen. Wer uns schon länger verfolgt, kann sich denken, für welches Land wir uns entschieden haben. Wir befinden uns in Italien. Und was passt besser zu italienischem Flair als eine Runde Strudel zu dem Lied „Bella Napoli“. Kurzerhand wurde der Fußballplatz in einen Dance Floor verwandelt und alle erdenklichen Lagertänze, die wir seit nun 10 Jahren im Repertoire haben und die jedes Jahr aufs Neue an eine neue Generation Lagerkinder weitergegeben werden, wurden getanzt.
So tanzten wir heute, an unserem vorletzten Abend, ins Bett. Ziemlich erschöpft, aber noch viel trauriger, dass es bald schon wieder vorbei ist. Morgen nehmen wir euch dann nochmal wie gewohnt mit, in unseren letzten vollständigen Tag auf der Insel.
Bis dahin eine gute Nacht und angenehme Träume!



